Fehlgeburt
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Die Fehlgeburt ist die wohl häufigste Komplikation der Schwangerschaft. Die Angaben über die Häufigkeit schwanken und sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Entscheidend ist vor allem das Alter der Schwangerschaft. Von 100 Schwangerschaften, die in der 7. Woche festgestellt wurden, endeten etwa 15 % im Durchschnitt mit einer Fehlgeburt.
Man geht jedoch davon aus, daß bis zu 60% der befruchteten Eizellen mit einer Fehlgeburt enden. Diese Schwangerschaften werden von den Frauen meist nicht bemerkt. Weitere Faktoren, die das individuelle Risiko beeinflussen, sind das Alter der Mutter, die Anzahl vorausgegangener Fehlgeburten und ob weitere gesunde Kinder zuvor geboren wurden. Das Intervall zwischen Fehlgeburt und erneuter Schwangerschaft hat keine Auswirkung auf den Verlauf. Von einer wiederholten Fehlgeburt spricht man, wenn eine Frau zwei Fehlgeburten erlitten hat. Von einem "habituellem Abort" wird gesprochen, wenn eine Frau drei oder mehr Fehlgeburten erlitten hat. Das Risiko, erneut eine Fehlgeburt zu erleiden, steigt von ca. 25% nach zwei Fehlgeburten und 45% nach drei Fehlgeburten auf 54% nach 4 Fehlgeburten. Jedoch sind diese habituellen Aborte relativ selten, etwa 10% aller Frauen mit einer Fehlgeburt sind davon betroffen. Trotz der wiederholten Fehlgeburten haben Frauen mit habitueller Abortneigung eine Chance von etwa 60 bis 70%, ein Kind auszutragen.
Die Ursache einer Fehlgeburt kann oft nicht geklärt werden. Manchmal können Verlauf und Zeitpunkt der Fehlgeburt gewisse Hinweise geben. So sind 50 bis 90% der Fehlgeburten im 2. Schwangerschaftsmonat durch sogenannte Abortiveier ("endokriner Abort") zu erklären. Fehlgeburten im 3. und 4. Schwangerschaftsmonat sind häufig durch Anomalien der Gebärmutter bedingt. Späte Fehlgeburten stehen mit eine Gebärmutterhalsschwäche, teilweise durch Infektionen bedingt, in Verbindung.
Man unterscheidet verschiedene Unterformen:
Fehlgeburt (Spontanabort)
Abtreibung / medizinisch indizierter
Schwangerschaftsabbruch
(artifizieller Abort / Interruptio)
Beendigung der Schwangerschaft durch
Einflüsse von außen. Hier unterscheidet man den legalen und den illegalen
artifiziellen Abort.
Drohende Fehlgeburt (Abortus imminens)
Stattfindende Fehlgeburt (Abortus incipiens)
Verhaltene Fehlgeburt (Missed abortion)
In der Frühschwangerschaft wird eine Ausschabung durchgeführt, im späteren Stadium wird durch Medikamentengabe die Wehentätigkeit eingeleitet. In diesem Fall erfolgt eine normale Geburt.
Vollständige Fehlgeburt (Abortus completus)
Fieberhafte oder komplizierte Fehlgeburt (febriler Abort):
Unvollständige Fehlgeburt (Abortus incompletus)
Habituelle Fehlgeburt (Abortus habitualis)
Abortus tubaris
(Quelle: "Nur eine Fehlgeburt", erschienen bei Initiative REGENBOGEN "Glücklose Schwangerschaft" e.V., zu beziehen über den Broschürenversand. Hierin finden Sie auch weitere interessante Informationen.)
Text: Barbara Künzer-Riebel

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