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Elternmappe

Zu den Moseskörbchen haben wir dann folgende Idee erarbeitet: Werden die Mütter entlassen, bekommen die Eltern eine so genannte „Elternmappe” mit auf den Weg, die ihnen eine erste Hilfe in der nun beginnenden Trauerzeit sein soll. Diese Mappe enthält Fotos des toten Babies, Erinnerungsstücke wie z.B. Namensbändchen, Elternbroschüre, Literaturhinweise, Kontaktadressen u.a.

Wir bieten diese Elternmappen ebenfalls seit vielen Jahren - gefüllt mit entsprechendem Informationsmaterial - in unserem Sortiment an, meinen aber, dass Sie sie mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst erstellen können.

Die Elternmappen werden aus farbigem Tonpapier gefertigt, das es in jedem Bastelgeschäft oder Baumarkt mit Bastelabteilung gibt. Wenn Sie einen großen Bogen (DIN C3) einmal durchschneiden, bekommen sie zwei Mappen. Aus dem halben Bogen wird dann eine Dreiflügel-Mappe gebastelt, die mit einem entsprechenden Verschluss zusammen gehalten wird.

 

Inhalt der Mappe

Sie können diese Mappen aber auch bei der Initiative REGENBOGEN „Glücklose Schwangerschaft“ e.V., Westring 100, 33378 Rheda-Wiedenbrück, zum Einzelpreis von Euro 3,50  zuzügl.Porto bestellen

 

 

Kreissaalordner

Der Kreissaalordner (Version A ohne, Version B mit Fotobroschüre) enthält alle wichtigen Dinge, die im Falle einer Fehl- oder Totgeburt in der Klinik greifbar sein sollten. Dazu gehören von unserer Seite u.a.:

          REGENBOGEN (deutsch) - Broschüre für Eltern, die ein Kind vor, während oder kurz nach
          der Geburt verloren haben

          Bestattungshinweise für Eltern nach Fehl- oder Totgeburt mit Vordrucken

          Wunschzettelsammlung für die Bereiche Gynäkologie / Kreißsaal / niedergelassene           
          Gynäkologen / Neonatologie / Seelsorger / medizinische  Diagnostik / Bestatter

          Erstinformation von Kliniken für Eltern

          Namenskärtchen (eine Art Geburtsurkunde)

          Faltblätter zur Information

          Literaturblatt

          Informationsblatt über Moseskörbchen und Elternmappe

          Informationsblatt über Frühgeborenen-Särge

          Allgemeines Infomaterial der Initiative REGENBOGEN

          Leerhüllen zur Ergänzung von Ihrer Seite

Zu beziehen ist dieser Ordner über unseren Broschürenversand ( Version A Euro 10,00 oder Version B Euro 17,50 zuzüglich Porto).

 

 

Moseskörbchen

Im Jahr 1994 wurde das Projekt "Moseskörbchen" gestartet. Es geht dabei um Folgendes:

Die Initiative REGENBOGEN “Glücklose Schwangerschaft” e.V. verteilte in den Kreißsälen interessierter Kliniken sog. “Moseskörbchen”. Diese Körbchen haben ihren Namen von dem kleinen Moses aus der Bibel. Moses überlebte zwar, aber nur dank eines behütenden und beschützenden Körbchens. Diese Idee des Behütens und Beschützens war es, die uns dazu bewogen hat, solche Körbchen zwischenzeitlich auch käuflich anzubieten. Wir haben dieses Angebot mittlerweile wieder aus dem Lieferbestand genommen, da die Korbauswahl auch in kleineren Städten größer geworden ist (Baumärkte, Floristikbedarf), und wir meinen, dass das Erstehen eines Körbchens so günstiger kommt.

Die Grundidee war Folgende: Immer wieder wurden wir von Hebammen und Schwestern, aber auch Ärzten darauf angesprochen, dass es ihnen sehr schwer falle, ein totes Neugeborenes – gerade, wenn es sehr klein war – den Müttern und Vätern zu überreichen. Andererseits überträgt sich diese Unsicherheit sehr auf die Eltern, die meist völlig  unvorbereitet mit ihrem toten Baby konfrontiert werden. Aus dieser Situation heraus lehnen viele Betroffene es ab, ihr Kind anzuschauen bzw. in den Arm zu nehmen. Eine Entscheidung, die schon nach wenigen Wochen oder gar Tagen bereut wird, dann nämlich, wenn unweigerlich die Frage kommt: “Wie sah mein/unser Kind denn aus?”

Um hier eine Brücke zu schlagen, wurde nach einem Fortbildungsseminar in einer deutschen Klinik vom Pflegepersonal die Idee des Körbchens geboren und uns davon Kenntnis gegeben. Dieses Körbchen läßt den Eltern die Möglichkeit, sich langsam an ihr totes Baby heranzutasten, im wahrsten Sinn des Wortes. Die Körbchen sind mit einem Kissen ausgebettet, die Kinder zusätzlich in ein Moltontuch gehüllt, und so ist es nur eine Frage der Zeit, wann Eltern beginnen, das Tuch zu öffnen und sich ihr Kind anzusehen. Die Körbchen stehen entweder auf einem Stuhl neben dem Bett, auf der Bettdecke am Fußende, liegen neben der Mutter oder werden den Eltern direkt in den Arm gegeben. Sie haben nun soviel Zeit wie sie möchten, sich mit ihrem Kind vertraut zu machen, es anzusehen, zu berühren, auf den Arm zu nehmen, gerade eben das, wonach ihnen zu Mute ist, ohne unter Zeitdruck zu stehen.  

Der Weg in eine gesunde, konstruktive Trauer ist gebahnt.

Das Moseskörbchen sollte einen Durchmesser von ca. 55 – 60 cm und eine Höhe von ca. 15 cm haben, wobei es natürlich auch möglich ist, ein ovales Körbchen mit entsprechender Länge zu nehmen. Hier sind Ihrer Phantasien keine Grenze gesetzt!

Wir möchten Ihnen nachstehend zeigen, wie unsere Moseskörbchen früher ausgesehen haben, der Einfachheit halber liefern wir ein Bild und eine genaue Schilderung, damit Sie wissen, auf welche Eigenschaften wir geachtet haben. Selbstverständlich steht es Ihnen frei, anderes Material zu nehmen. Besonders geeignet sind Körbe, die aus einem weicheren Material geflochten sind. Wichtig ist, dass es haltbar ist und gut in der Hand zu halten ist.

 

Rund, klein, aus Maisstroh/Schilf; Durchm.: 0,24 cm, 6 cm H, speziell für sehr kleine fehlgeborene Babys

                   

                 


Oval aus Schilf und Weide, 42 cm L, 27 cm B, 13 cm H Oval aus Weide gesotten, 37 cm L, 29 cm B, 11 cm H

 

Klinikaktion

Im Frühsommer 1998 waren wir bei den Vorarbeiten für ein politisches Abendmagazin beteiligt. Es ging um die unterschiedlichen Bestattungspraxen in deutschen Bundesländern, und die zentrale Frage des Redakteurs war: “Und was passiert mit den Babys, wenn die Eltern sie nicht beerdigen wollen oder gar können, weil ihnen die entsprechenden Informationen darüber fehlen?”

Unser Hinweis, dass laut vielfachen Auskünften von Klinikpersonal diese häufig durch die Klinik entsorgt bzw. über die Klinik anonym beerdigt werden, ließ ihn nicht los, und tatsächlich stieß er bei seinen Recherchen dann auf eine Spur.

Die Unterstützung durch das Sendeteam nahm die Initiative REGENBOGEN “Glücklose Schwangerschaft” e.V. zum Anlass, noch einmal einen Vorstoß in Richtung Gesetzesgebung durch Petitionen und durch Anschreiben zahlreicher bundesdeutscher Kliniken zu unternehmen, um diese Frage umfassend zu klären.

Auf die Frage “Wo verbleiben totgeborene Babys unter 500 Gramm in Ihrem Haus” erhielten wir viele Antworten, die nicht immer freundlich und ausführlich abgefasst waren. Entweder erfuhren wir, dass diese Kinder - ebenso wie Totgeborene, die von ihren Eltern nicht beerdigt werden sollten - in die Pathologie gegeben werden und der weitere Verbleib nicht bekannt ist, oder wir erhielten gar keine Antwort.

Die Kliniken, die umfassend die beruhigende Auskunft gaben, dass sie diese kleinen Kinder einer anonymen Bestattung zuführten, teils in hauseigenen Grabfeldern, teils in von Stadt oder Gemeinde zur Verfügung gestellten Grabfeldern, dienten uns schließlich als Beispiel dafür, eine Mustermappe zu erstellen, Diese Mappe sollte helfen, anderen Kliniken Wege aufzuzeigen, dieses traurige Ereignis für die Betroffenen zu einem würdigen Abschluss zu bringen.

Aus unserer Praxis wissen wir, wie häufig Mütter nach Wochen, Monaten, ja auch nach vielen Jahren fragen, wo ihr Baby denn damals verblieben sei, als sie es der Klinik überlassen hatten, und die Antwort auf diese Frage ist nicht immer leicht gewesen. Nun hatten wir konkretere Angaben und konnten vielleicht helfen.

Tatsächlich wurden nach längerer Vorbereitungszeit (viele Vorlagen wurden erarbeitet, fast zehntausend Kopien gefertigt, in Dokumentenhüllen eingetütet, diese wiederum in Mappen geheftet, viele hundert Anschreiben - möglichst auf jede Klinik passend zugeschnitten - geschrieben, eingetütet, etikettiert, freigestempelt und zur Post gefahren) im Januar 2000 über dreihundert Klinik-INFO-Mappen an die Kliniken versandt, denen wir neue Wege aufzeigen wollten.

Die Resonanz war erstaunlich: Hatten wir eigentlich mit Desinteresse oder gar mit weiteren Hinweisen, wir mögen uns nicht in interne Angelegenheiten mischen, gerechnet, so überraschten uns jetzt freundliche Briefe, in denen uns mitgeteilt wurde, dass sich die Situation vor Ort maßgeblich verändert hätte. Durch unsere Schreiben (häufig hatten wir eine Antwort angemahnt) war in so manchem Kopf ein Denkprozess in Gang gesetzt worden, und nicht wenige Kliniken bieten heute Eltern, die ihr Kind nicht selbst bestatten wollen, die Möglichkeit, auch Fehlgeborene anonym in Grabfeldern beizusetzen. Unsere Mappen wurden bzw. werden mit Interesse gelesen, die Umsichtigkeit bei der Erstellung der Unterlagen gelobt und das Vorgeschlagene zunehmend umgesetzt. 

Fazit: Es war gut, dass die Initiative REGENBOGEN “Glücklose Schwangerschaft” diese Aktion gemacht hat!

 

 

Petitionen zum Thema „Mutterschutz“ nach Fehlgeburt und Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation

Eine Zusammenfassung der Petition an den Deutschen Bundestag siehe Wir sind.

Diese Petition wurde am 8.6.2000 abgelehnt. Aus der Begründung: Den Ärzten stehen bereits jetzt ausreichend Möglichkeiten zur Verfügung, betroffenen Frauen eine Schonfrist über die gesetzliche Krankschreibung einzuräumen.

Da bereits einer vorhergehenden Ablehnung von unserer Seite widersprochen worden war und es nach dieser Ablehnung keine weitere Möglichkeit des Widerspruchs gibt, suchen wir nach anderen Alternativen, unser Ziel zu erreichen. 

 

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aktualisiert 07/08